MobilProFitÖfter mal zu Fuß gehen, mit dem Rad fahren oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen – so einfach kann Umwelt- und damit auch Klimaschutz sein. Doch wie können Unternehmen aktiv dazu beitragen, umweltbewusste und gesundheitsfördernde Mobilität zu unterstützen? – Mit dieser Frage beschäftigt sich das Modellprojekt „Mobil. Pro. Fit.“, an dem auch drei Hennigsdorfer Unternehmen erfolgreich teilgenommen haben: die Bombardier Transportation GmbH, die Stadtwerke Hennigsdorf GmbH und die Firma co:bios Consult GmbH.
In einer Untersuchung wurde von den Unternehmen zunächst das Verkehrsverhalten der Mitarbeiter analysiert, um in puncto Mobilität vorhandene Potenziale zu ermitteln. Im zweiten Schritt sind daraus praktische Maßnahmen entwickelt worden, die schrittweise umgesetzt werden können.

Kleinere Maßnahmen ergänzen Gesamtstrategie
Mit der Nutzung erneuerbarer Energien (derzeit mehr als 50 Prozent) ist die Stadtwerke Hennigsdorf GmbH (SWH) auf dem Weg zur CO2-neutralen Wärmeversorgung. „Unsere ambitionierten Ziele können wir allerdings nur erreichen, wenn sich auch unsere Mobilität daran orientiert“, betont SWH-Geschäftsführer Thomas Bethke. Ein Energiekonto solle künftig dabei helfen. Darin werden die genutzten Verkehrsmittel und Verbräuche erfasst. Durch Optimierungen und Synergieeffekte soll der Ressourcenverbrauch verringert werden. Als ein Beispiel nennt Bethke, dass die betriebseigenen Elektrofahrräder in Zukunft effektiver und die Dienst-Pkw dadurch weniger genutzt werden.
„Im Vergleich zu den Veränderungen in der Wärmeproduktion sind das zwar kleine Maßnahmen, aber als Mosaikstein sind sie Teil des Gesamtbildes“, meint der SWH-Geschäftsführer. Nach Auskunft von Bethke können durch die Veränderung des Mobilitätsverhaltens in den Stadtwerken neben finanziellen Mitteln jährlich auch rund 4,3 Tonnen CO2 eingespart werden.

Energieverbrauch um rund zehn Prozent jährlich gesenkt
Das im Rahmen des Modellprojekts „Mobil. Pro. Fit.“ erstellte Mobilitätskonzept der Bombardier Transportation GmbH wird in Teilen bereits umgesetzt. So erfolgt zum Beispiel die interne Postverteilung mit einem Elektromobil. Fahrten zum Flughafen werden effektiver koordiniert und gebündelt. „Durch die Umsetzung unseres standortinternen Umweltprogramms haben wir seit 2013 bis heute den relativen Energieverbrauch und die Treibhausgasemissionen um zehn Prozent reduzieren können. Mit der Implementierung der Maßnahmen unseres betrieblichen Mobilitätskonzepts werden wir diese Werte weiter verbessern können“, berichtet Matthias Mahnke, Mitglied der Arbeitsgruppe „Clever Mobil“ am Standort Hennigsdorf.
Bei der Bombardier Transportation GmbH sieht man Mobilitätsmanagement zugleich als Bestandteil der Fürsorge für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und verbindet das Thema mit dem jährlichen Gesundheitstag. „Die Gesundheitsförderung der Beschäftigten spielt in unserem Unternehmen ebenso eine Rolle wie die Entlastung der Umwelt“, weist Mahnke auf einen anderen Aspekt nachhaltiger Mobilität hin.

Gemeinsamer Pedelec-Pool
„Durch das Monitoring der Energieverbräuche und Mobilitätskosten können wir die durch Mobilität verursachten Umweltbelastungen kontinuierlich reduzieren“, ist Götz v. Arnim überzeugt. Die co:bios Consult GmbH werde künftig zum Beispiel den Pedelec-Pool der Stadtwerke mitnutzen, erläutert der Geschäftsführer, und dadurch den Einsatz von Pkw verringern. Das in der Firma inzwischen eingeführte Energiekonto ermögliche den detaillierten Überblick zu Energieverbräuchen und Kosten. „Die finanzielle Einsparung beläuft sich auf rund 900 Euro pro Jahr, aber in der Summe führen die Änderungen im Mobilitätsverhalten dazu, dass der Kohlendioxid-Ausstoß in jedem Jahr um immerhin 2,2 Tonnen sinkt“, rechnet der co:bios-Geschäftsführer vor.

Bürgermeister: Verwaltung will Vorbild sein
Auch die Stadtverwaltung Hennigsdorf geht in Sachen Mobilität selbst seit Jahren mit gutem Beispiel voran. So legt eine Dienstanweisung fest, dass für Stadtfahrten vorrangig die zwölf verwaltungseigenen Fahrräder genutzt werden. „Als Verwaltung wollen wir Vorbild sein und andere ermuntern, Mobilität effektiver und damit umweltfreundlicher zu organisieren“, sagt Bürgermeister Andreas Schulz, der die ehrgeizigen Klimaschutzziele der Stadt auch als wichtigen Standortfaktor sieht. Deshalb gebe es vielfältige Aktivitäten, u. a. den Radverkehr und den öffentlichen Nahverkehr zu stärken. Dazu gehörten die Schaffung moderner Fahrradabstellanlagen ebenso wie die Verdichtung des Haltestellennetzes.